Brechts Dreigroschenoper

Das Maximum des minimalistischen Theaters

Mit einem minimum an Kostümen wurde Berthold Brechts Dreigroschenoper im Thalia-Theater inszeniert. Auch das gesamte Bühnenbild würde, bis auf die Beleuchtung, komplett der Fantasie überlassen. Ganz nach dem Stil des Autors waren alle Darsteller/innen lediglich mit Blaumänner und Unterhemden ausgestattet.

Während Jonathan Peachum versucht Armut und Elend zu vermarkten, um daraus Profit zu schlagen, übersieht er, das seine Tochter Polly sich in den Kleinkriminellen und seinen größten Widersacher Mackie Messer verliebt hat. Es entsteht ein Gewirr aus Persönlichkeiten, die alle aus unterschiedlichsten Gründen ums Überleben kämpfen.

Neben der humorvollen Darstellung des eigentlichen Stückes wurde auf großartige Weise der Bogen auch auf aktuelle und ernste Themen gespannt. So wurde Beispielsweise der gesellschaftliche Umgang mit Obdachlosen und Bettlern, vorallem im Winter, kritisiert.

„Was ist das für eine Gesellschaft, in der man sich jedesmal, wenn man an einem schlafenden Obdachlosen vorbeigeht, fragt, ob man den Kältebus rufen soll, oder ob es nicht schon zu spät ist?“

Alles in allem war es eine tolle und unterhaltsame Aufführung mit überzeugend spielenden Schauspielern.

 

 

 

Kleiner Hiweis:

Falls ihr Nachts Obdachlose seht, die Hilfe benötigen könnten,

sprecht sie an und ruft im Zweifelsfall den Mitternachtsbus der Diakonie.

Telefon Nr.: 40178215

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